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Warum ich mir manchmal wünsche, ich hätte diesen Blog nie gestartet…

Warum ich mir manchmal wünschte, ich hätte diesen Blog nie gestartet? Das wohl Schlimmste was Menschen tun können, wenn sie mich gerade erst kennenlernen, ist, mich auf meinen Job zu reduzieren. Ich liebe das was ich tue, ich kann das nicht oft genug sagen, aber genau das ist es eben: ich tue das, ich bin das nicht. Sicherlich macht dieser Blog einen Großteil meines Lebens aus und meine Berufsbezeichnung wäre wohl Bloggerin / Influencerin (wie ich dieses Wort hasse). Aber wenn man meine Persönlichkeit beschreiben müsste, würde man dafür nicht eher Adjektive nutzen, als meine Berufsbezeichnung?

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Ich weiss, dass das Thema Blog immer wieder hinter meinem Rücken sowie in direkten Gesprächen auftaucht und das ist keineswegs das Problem. Ich rede gerne über das was ich tue, weil ich liebe, was ich tue und zu 100% hinter dieser Seite stehe. Dennoch, ich wünsche mir so oft, dass ich keine Bloggerin wäre, damit ich nicht mehr nur darauf reduziert werde. Oder damit man sich nicht auf Grundlage meiner Online-Präsenz ein Bild von mir macht und meint, man wüsste, wie ich bin. Ja ich trete hier relativ selbstbewusst auf, poste viele Fotos von mir und bekomme viele, unfassbar liebe Nachrichten und Kommentare. Aber oft denken Menschen, dass ich dadurch total selbstbewusst sein müsse. Sprüche wie „So viele Komplimente wie du bekommen musst, weisst du doch eh, dass du gut aussiehst.“, „Ja du mit deinen tausenden Followern gibst dich doch wahrscheinlich eh nicht mit sowas wie mir ab.“, „Als ob du so viele Bilder posten würdest, wenn du nicht selbstbewusst wärst.“, etc. höre ich so oft, dass ich garnicht mehr sagen kann, welcher der „nervigste“ ist.

Ehrlich gesagt bin ich der wohl verunsichertste Mensch, dem ihr begegnen könnt. Ich stehe nicht all zu gern im Mittelpunkt (sicher hier und da geniesse ich wie jeder andere die Aufmerksamkeit anderer, jedoch ziehe ich es meist vor meine Ruhe zu haben). Ich weiss jeden Menschen, der sich die Mühe macht, mich täglich zu unterstützen, mehr als zu schätzen, aber dennoch werde ich durch solche Nachrichten und Kommentare keineswegs selbstbewusster und schon garnicht nehme ich es als selbstverständlich. Ich finde mich weder hübsch, noch mag ich meine Figur, oder finde, dass ich irgendetwas nennenswertes bis dato erreicht habe. Ich kann es nicht oft genug betonen, aber ich bin wirklich alles, außer selbstbewusst oder gar arrogant und dennoch denkt jeder ich wäre so, wenn er einmal gehört hat ich wäre Bloggerin oder einen Blick auf meinen Instagram Account geworfen hat. Fakt ist, dass ich bei jedem Kompliment, was ich bekomme, total verunsichert bin, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Für mich ist es vollkommen unverständlich, wieso sich Menschen die Mühe machen sollten, mir etwas nettes zu sagen oder irgendetwas an mir zu loben. Ich finde mich bestenfalls durchschnittlich. Wenn ich in einer großen Menschenmenge bin und merke, dass mich jemand anschaut, schießen mir automatisch zig Gedanken durch den Kopf, was mit mir gerade wohl nicht stimmt und weswegen man mich gerade so anstarrt. Ja ich mag die Fotos, welche ich online poste, allerdings finde ich aber, dass ich, wenn ich beispielsweise in den Spiegel schaue, irgendwie komplett anders aussehe, als auf den Fotos, welche ich ins Internet stelle. Ich plädiere zwar immer wieder für Authentizität und weniger ist mehr, was Photoshop angeht, aber irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, dass ich auf den meisten Fotos komplett anders aussehe, als das Mädchen, das ich täglich im Spiegel sehe.

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Mein Blog gibt den Leuten die Möglichkeit sich ein Bild von mir zu machen, ohne mich wirklich kennenzulernen. Dieses Bild wird in den meisten Fällen dann jedoch nicht dadurch geformt, dass sie exzessiv meinem Leben und allem was ich teile folgen und somit durch Kleinigkeiten ein gutes Bild meiner Persönlichkeit bekommen. Nein, meist hören Menschen ich sei Bloggerin, klicken einmal auf mein Instagram Profil, gucken sich 2-3 Bilder an und gut ist. Wenn diese Menschen mich dann wirklich kennenlernen, dann haben sie meist kaum Fragen an mich, die nichts mit meinem Blog zu tun haben und schnell merke ich, dass sie ihre Meinung ohnehin schon gebildet haben. Gerade in meinem direkten Umfeld bzw. wenn ich auf Freunde von Freunden treffe, ist mir das schon so oft aufgefallen und ehrlich gesagt, trägt das nicht gerade zu meine Selbstvertrauen bei. Sobald Sprüche hinsichtlich meines Blogs fallen, spüre ich, wie ich innerlich verkrampfe und die Anspannung steigt. Es reicht ja nicht, dass man neue Menschen kennenlernt und ohnehin noch ein wenig angespannt ist, nein, nun haben diese Menschen von Anfang an ein Gesprächsthema über dich. Dass ich nicht so wichtig bin, als dass andere Menschen ständig über mich reden würden, ist mir natürlich bewusst, aber dennoch. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, meinen Blog nicht zu thematisieren. Auf die Frage, was ich denn arbeiten würde, antworte ich mittlerweile meist wage „ich arbeite im Social Media Marketing“. Wenn dann allerdings nachgefragt wird, habe ich noch keine Antwort, die ohne zu lügen, von dem Thema Blog ablenkt.

Ich bin mehr als nur mein Job, ja mein Alltag und auch meine Freizeitgestaltung werden schon sehr von meinem Blog bestimmt, aber das lässt sich nunmal nicht vermeiden. Aber ich, meine Persönlichkeit, mein Wesen, ich als Mensch, ich bin so viel mehr, als nur ein Blog. Zum einen natürlich gibt es sehr viele Dinge, die ich hier nie thematisieren würde, die mich allerdings auch ausmachen / geprägt haben. Zum anderen, kann man einen Menschen nunmal auch nicht in html Codes packen. Ja ich gebe mein bestes immer so authentisch wie möglich zu sein, ich versuche mich in meinen Stories nicht zu verstellen, bearbeite mich nicht 20 Kilo leichter mit Photoshop und auch mein Gesicht lasse ich, bis auf das Retuschieren von Pickelchen oder Ähnlichem, wie es ist. Dennoch kennt man mich eben nicht, nur weil man meine Blogposts liest oder meine Stories schaut, ja man bekommt ein Bild von mir, aber richtig kennen tut man mich dann längst nicht. Zumal die meisten Menschen, die mich flüchtig kennen und anhand meines Blogs einstufen, sich ja nichtmal die Mühe machen, sich ein wenig mehr von dem was ich tue anzuschauen. Wie gesagt, meist reicht ein Blick auf meinen Instagram Account oder das Wissen, dass ich Bloggerin bin und ich stecke in einer Schublade, aus der ich meist nie wieder rauskomme. Um den Teufelskreis noch zu vollenden, verunsichert mich dieses Schubladen-Denken erst recht, weswegen ich, wenn ich weiß, dass die Menschen von meinem Blog wissen oft merke, wie ich mich selbst irgendwie eingeschränkt fühle und zurückhaltender werde.

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Natürlich ist mir bewusst, dass es sich nicht vermeiden lässt, dass andere Menschen sich aufgrund meines Blogs ein Bild von mir machen, jedoch finde ich es so schade, dass die meisten mir nichtmal mehr ein Chance geben. Sie hören einen Satz, sehen mich einmal schlecht gelaunt durch die Uni, Stadt oder sonst wo laufen, wissen, dass ich „die von Instagram“ bin und zack, meinen sie, ich erfülle ohnehin jedes Klischee von „arroganter Zicke“ bis hin zu „verwöhntem Balg“. Fakt ist aber nunmal, dass ich weder arrogant oder sonderlich von mir überzeugt bin, wie gesagt, noch übermäßigen Wert auf Materielles lege. Ja ich gebe viel (zu viel) Geld für Klamotten und Handtaschen aus, ja ich habe das Privileg an einer Privatuni studieren zu dürfen und ja mein Schrank platzt aus allen Nähten, weswegen das alles wohl irgendwie nicht zusammen zu passen scheint. Fakt ist jedoch, dass es mir komplett egal ist, ob andere Menschen mit einer Gucci oder eine Zara Tasche rumlaufen. Es ist mir egal ob andere Menschen reich sind, oder nicht, ob die Eltern der Präsident von Timbuktu sind oder sie „nur“ im Supermarkt an der Kasse sitzen. All das ist mir gelinde gesagt scheißegal, denn für mich zählt nicht, was Menschen haben, sondern was sie sind. Das klingt vielleicht sehr klischeehaft, aber es ist nunmal so. Was bringt es einem, sich nur mit Menschen zu umgeben, die gefühlt alles auf der Welt besitzen, wenn sie vom Charakter her einfach keine netten Menschen sind? Nichts! Aber ebenso wenig würde ich jemanden, nur weil diese Person gefühlt alles besitzt und sich alles kaufen kann, was sie nur will, in eine Schublade stecken und sagen, dass diese Person ohnehin oberflächlich und arrogant sei.

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Wie ihr merkt, das Thema ist super vielschichtig und auch sehr schwer in Worte zu fassen, jedoch wollte ich es einfach mal ansprechen. Es gibt so vieles, was man nicht über Menschen weiß, wieso also beurteilen wir Menschen immer anhand dessen, was wir über sie hören oder anhand ihres Instagram Accounts? Ich selbst ertappe mich des Öfteren selbst dabei, aber ich habe darauf einfach keine Lust mehr! Ich habe keine Lust mehr, in Schubladen zu denken, Menschen vorschnell zu verurteilen oder zu viel auf das, was andere über wieder andere sagen, zu geben. Deswegen versuche ich jedem Menschen eine neutrale Chance zu geben, wenn die Person dann irgendwas macht, wodurch ich merke, dass sich irgendwelche Dinge bestätigen, dann kann ich mir immer noch eine Meinung bilden. Aber bevor ich einen Menschen nicht persönlich kennengelernt habe, würde ich mir nicht anmaßen, mir ein Urteil über diese Person zu erlauben. Unabhängig davon, wie viele Instagram Bilder ich gesehen, oder Gerüchte ich gehört habe. Es gibt so vieles, was man nicht anhand von ein paar Fotos oder sonst was über mich weiß und ich hoffe einfach, dass sich mehr Menschen die Zeit nehmen, mich kennenzulernen, fernab von all dem Blogger-Kram und oberflächlichen Gesprächen.

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8 Comments

  • Reply Lea Christin 29. Mai 2018 at 0:08

    Ich kann dich irgendwie verstehen glaube ich.. Ich merke ja selbst dass ich total viel Respekt vor “influencern“ und Bloggern habe weil sie viele Follower haben und unbewusst oft schon davon ausgehe dass sie mehr wert sind als ich..
    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

  • Reply Susi 26. Mai 2018 at 21:44

    Ein toller Beitrag und das Thema beschäftigt wohl viele Blogger- auch mich. Mein Motto lautet: Leben und leben lassen! Meistens steckt viel mehr hinter einer Person als der Beruf, der Wohlstand oder der Social Media Status. Am Besten man entgegnet einer Person immer offenherzig und unvoreingenommen.

    Liebe Grüße,
    Susi von http://www.whitelilystyle.de/

    • Reply Eva 28. Mai 2018 at 1:07

      Ja das stimmt, das ist wohl immer das beste, nur leider begegnen mir die meisten Menschen eben nicht so, haha 😀

  • Reply Sarah 25. Mai 2018 at 12:11

    Liebe Eva,

    du sprichst mir aus der Seele. Mir geht es auch oftmals wie dir. Am Schlimmsten finde ich, dass ich mit meinen Liebsten viel weniger spreche, weil sie so viel schon über Social media mitbekommen und deswegen nicht mehr nachfragen. Aber mal ehrlich… im Moment sind es weniger diese Dinge, sondern eher die DSGVO, die mich das Ganze hier hinterfragen lässt :/

    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.vintage-diary.com

    • Reply Eva 25. Mai 2018 at 13:33

      Oh das ist natürlich super schade, das ist bei mir Gottseidank noch nicht so der Fall…
      Ja wobei das ja auch eher so einer „einmaligen Einrichtung“ bedarf… 🙂

  • Reply Michelle Früh 25. Mai 2018 at 11:21

    Ich kann dich gut verstehen. Auch mir ging es schon so. Hatte mir auch schon gewünscht, dass ich am besten nicht damit angefangen hätte.
    Mir überlegt es hinzuschmeißen. Aber das möchte ich eigentlich auch nicht.
    Dein Look ist übrigens super und die Bilder richtig toll
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

    • Reply Eva 25. Mai 2018 at 11:53

      Oh danke dir, Liebes! Irgendwie schön, zu lesen, dass man nicht allein ist. <3

  • Reply Cindy 22. Mai 2018 at 14:54

    Du siehst super schön aus! Das Kleid ist der Hammer und ich liebe es, wenn solche Kleider mit Sneakers kombiniert werden :-).
    Was du schreibst kann ich gut nachvollziehen und ich kenne das Problem. Aber verstehen können das wahrscheinlich nur die, die selber einen Blog o. Ä. haben und das sind wohl die wenigsten :-/
    Liebe Grüße,
    Cindy ❤ http://www.fraeulein-cinderella.de

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