5 Gründe warum Blogger ernster genommen werden sollten

So sehr ich es auch mag mit den meisten Leuten, mit denen ich regelmäßig zusammenarbeite, mittlerweile per du zu sein, kann es manchmal wirklich schwer sein als Blogger ernst genommen zu werden, besonders da es da keine richtigen formalen Regeln gibt. Heute möchte ich deswegen mit euch über meine persönlichen 5 Gründe reden, wieso wir Blogger ernster genommen werden sollten und wieso man Bloggen als Job nicht unterschätzen sollte.

#1 wir sind nicht nur Blogger

Wir schreiben nicht nur Posts und laden Fotos hoch. Wir machen die Fotos auch (solange wir keinen sogenannten ‚Instagram-Husband‘ haben), bearbeiten sie, planen unseren Content, schreiben Emails, stellen Rechnungen aus, müssen uns um die Steuer kümmern, müssen unsre Social Media Accounts pflegen und so weiter. Wir sind also Fotografen, ‚Autoren‘, IT Menschen, Manager, Buchhalter, etc. in einer Person. Auch wenn ich mich niemals mit den großen Full-Time Bloggern auf eine Ebene stellen würde, würde ich meinen Blog und alles was damit einher geht, als Vollzeit Job betiteln. Ich poste 3-4 Blogposts die Woche, von denen jeder mindestens 8 Stunden Zeit in Anspruch nimmt, Outfit-Posts eher 10. Zusätzlich zu den Stunden, die ich für die Posts selber brauche, kommt die Zeit, die ich zum Planen meines Contents, Beantworten meiner Mails, Pflegen meiner Social Media Accounts, Rechnungen schreiben, Steuerkram machen, etc. brauche. Außerdem versuche ich nebenbei immer zu beobachten, was besonders interessant für euch ist. Alles in allem verbringe ich 40-60 Stunden die Woche mit meinem Blog. Ich möchte mich nicht beschweren, denn ich weiß, dass mich niemand dazu zwingt die Zeit, die ich zur Uni fahre mit dem Beantworten von Mails und Kommentaren zu verbringen, das liegt alles total in meinem Ermessen. Aber desto weniger ich arbeite, desto weniger verdiene ich und Bloggen ist ein sehr kurzlebiger Job, wenn man nicht konstant daran arbeitet sich zu verbessern und neuen Content zu liefern.

Wie gesagt, ist es nicht damit getan ein Bild auf Instagram hochzuladen. Ich kann euch nicht sagen, wie oft ich den Satz ‚ich glaub ich poste jetzt auch einfach mehr Bilder auf Instagram und verdien damit Geld.‘ gehört habe. Ja das könnt ihr versuchen, aber ich habe fast 2 Jahre gebraucht, bis ich an dem Punkt war, an dem ich Geld damit verdienen konnte und in meinen Augen ist jemand, der nur Instagram nutzt nunmal kein Blogger. Ich denke für Blogger ist und bleibt das wichtigste Medium der Blog selbst, ich weiß manche meiner Kollegen setzen mehr auf Social Media und das ist auch absolut ok, aber am Ende kann eben keiner von uns kontrollieren, was mit Instagram Algorithmen und all sowas passiert. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass ein gut gepflegter Blog langfristig am wichtigsten ist.

#2 wir sind dauernd am analysieren und uns weiterbilden

Wie gesagt müssen wir ein Stück weit auch analysieren, was für euch interessant ist und was nicht, aber außerdem müssen wir uns immer damit beschäftigen, was kommt, was sich ändert und so weiter. Nicht nur bei Modetrends (für Fashion Blogger), sondern auch wenn es um Dinge wie SEO, affiliate links, WordPress, HTML und all sowas geht. Ich würde mich nicht als Experte in all diesen Themen bezeichnen, ich weiß vermutlich nur einen kleinen Teil dessen, was ich wissen müsste, allerdings versuche ich jeden Tag ein Stück besser zu werden, um dauerhaft Fuß in dieser Branche zu fassen. Und ja auch wenn ich in meinen Snapchat Stories oft einfach spontan vor mich losplapper, was ich gerade so mache, versuche ich dennoch euch das zu zeigen, was am Interessantesten für euch sein könnte.

#3 unsere Reichweite ist authentischer als die eines TV Spots

Es ist denke ich kein Geheimnis mehr, dass wir Advertorials machen und mit Marken zusammenarbeiten, ich persönlich sehe das mehr als eine Chance für meine Leser als als eine Dauerwerbesendung. Auch wenn manche Blogger dazu tendieren viel mit Firmen zusammen zu arbeiten, und auch ich mit einigen Marken momentan regelmäßig zusammenarbeite, arbeiten die meisten von uns (leider nicht alle) nur mit Marken, die zu uns und unseren Blogs passen. So können wir euch aber eben einfach mehr Vielfalt bieten, als wie wenn wir immer nur das zeigen würden, was wir schon seit 2 Jahren im Schrank haben. Ich persönlich habe aber eben auch schon einige Anfragen abgelehnt, weil ich nicht der Meinung war, dass das Produkt oder die Marke irgendwie zu mir und meinem Blog passen. Somit zeige ich euch nicht nur irgendwas, um Geld zu verdienen und kostenlose Produkte zu bekommen. Ich habe auch schonmal Sachen bekommen, die mich in echt leider so gar nicht überzeugt haben, woraufhin ich mit der Marke noch einmal Kontakt aufgenommen habe und ihnen gesagt habe, dass ich das leider nicht zeigen kann, weil es mich nicht überzeugt. Da wir auch nur Menschen sind, die ihre Persönlichkeit und ihre persönlichen Präferenzen mit euch teilen, wird unsere Empfehlung im Allgemeinen als authentischer als die einer TV Spots gesehen. Ich habe das auch selbst schon gemerkt, nur weil ich was im Fernsehen sehe, will ich es nicht unbedingt haben, wenn ich es aber an einem mir sympathischen Blogger sehe, denke ich eher darüber nach, das Produkt zu kaufen. Natürlich bringt das auch Verantwortung mit sich, aber wie bereits erwähnt, zeigen die meisten von uns wirklich nur das, was in unseren Augen zu uns und unseren Blog passt.

#4 unsere Arbeit ist nicht umsonst

So dankbar ich auch für kostenlose Klamotten oder Uhren bin, zunächst einmal: ich muss all diese ‚kostenlosen‘ Teile bei meinen Steuern aufführen und für jedes Teil Steuern zahlen. Wenn man also super coole Produkte aber eben kein Geld über das Jahr verteilt zugeschickt bekommt und dann am Ende des Jahres die letzten Steuersachen macht, und merkt, dass man über dem Steuerfreibetrag ist, muss man Steuern auf die Produkte zahlen. Das Problem dabei: man hat nicht mal wirklich Geld verdient. Man bekommt also kostenlose Produkte, die die Marke in der Herstellung 20€ kosten, da sie aber für 200€ verkauft werden, muss man sie als 200€ Einnahme auflisten, auch wenn man diese 200€ nicht verdient hat, muss man Steuern für diese 200€ zahlen. Also bezahlt man am Ende Geld für die kostenlosen Produkte, während die Marken die Produkte die sie rausschicken von der Steuer absetzen können. Und das ist nur das Steuerproblem, was man hat, wenn man ’nur‘ kostenlose Produkte bekommt, aber denkt mal drüber nach, wie viele Jobs kennt ihr, bei denen die Leute 40-60 Stunden die Woche arbeiten würden, jedoch kein Geld sondern nur ein paar kostenlose Klamotten, etc. erhalten? Richtig, es gibt exakt keinen Job, bei dem das klappen würde, wieso sollten wir Blogger dann so arbeiten? Versteht mich nicht falsch, ich bin super happy wenn ich manche Sachen einfach nur umsonst bekomme, aber meistens muss ich eben Geld verlangen und das ist auch mein gutes Recht.

#5 wir arbeiten tatsächlich professionell

Das geht Hand in Hand mit #4 aber wenn ich einer Marke schreibe, und sie nach einer Zusammenarbeit frage, dann recherchiere ich vorher wer genau für solche Anfragen zuständig ist und schreibe dann meine Anfrage. Warum finden es dann viele Marken ok, mich mit Nina anzuschreiben statt mit Eva? Es ist nicht so schlimm, wenn ich mit Jasmin angeschrieben werde, denn das ist immerhin Teil meines Namens, aber warum werde ich immer noch mit „Liebe Jasmin,…“ angeschrieben, nachdem ich schon mit „….Alles Liebe, Eva“ geantwortet habe? Da hat man manchmal echt das Gefühl, dass sich nicht mal die Zeit genommen wird meine Antworten gescheit zu lesen oder sich zu informieren, wem sie eigentlich gerade schreiben. Und aus diesem Grund freue ich mich umso mehr, wenn ich Anfragen bekomme, bei denen mir eine Marke mitteilt was genau sie an meinem Blog mögen und warum sie genau mit mir zusammenarbeiten wollen, denn ich mag es, wenn sich Marken die Zeit nehmen erst zu checken, wer zu ihnen passt und wer nicht. Oh und an all die Marken, die immer noch meinen mir alle zwei Monate seit zwei Jahren die exakt gleiche Email zu schicken, wo sie sich als Start-Up vorstellen, deren Website gerade erst online ging: Denkt ihr wirklich ich bin so blöd? Versteht mich nicht falsch, diese Marken können super toll sein, aber wenn man alle zwei Monate die gleiche Mail bekommt und weiß, dass diese Marken seit einigen Jahren existieren und das Geld für TV Spots haben, warum denken die dann ich durchschau das nicht?

Wie dem auch sei, auch wenn es in diesem Post so klingen mag, als hätte ich keine Lust mehr auf all das und wäre nicht zufrieden damit, wie es ist: Ich bin mehr als glücklich, dass das mein Job, dass ihr mich unterstützt und dass ich mit einigen wunderbaren PR Leuten arbeiten darf. Aber ich würde jede Marke gerne darum bitten, uns ein wenig professioneller zu sehen und uns nicht alle zwei Monate die gleiche Mail zu schicken (da ich mittlerweile auch mit einigen Bloggerinnen befreundet bin, weiß ich auch, dass sie meistens genau die selbe Mail bekommen, was das ganze nur noch unpersönlicher macht). Außerdem würde ich gerne jeden anderen Menschen auch darum bitten zu sehen, dass so ein Blog nunmal wirklich einiges an Arbeit mit sich bringt. Alles in allem sehe ich mich selbst aber als super glücklich, dass ich quasi meinen Traum leben kann und auch wenn dieser Vollzeitjob in Kombination mit einem Vollzeitstudium doch manchmal stressig ist, und ich alles a weng besser organisieren muss, liebe ich es!

Lasst mich doch gerne wissen, was ihr zu dem Thema denkt und ob ich wieder öfter mal Posts in dieser Art schreiben soll!

10 Comments

  • Reply Leni 18. August 2017 at 10:31

    Liebe Eva,
    ich kann dir da nur zustimmen! Letztens habe ich doch tatsächlich eine Anfrage bekommen, dass ich dafür auserwählt wurde, dass ich das Logo einer mir komplett unbekannten Website kostenlos nutzen darf. Weil mir das ja so viel bringen würde! Auf meine Antwortmail, dass ich das natürlich nicht machen werde, weil das einfach komplett unverschämt ist kam nur die Antwort #feminism ftw. Was wäre ich dem Typen gerne an die Gurgel gegangen, so was unverschämtes!
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

  • Reply Emre x emvoyoe 5. April 2017 at 3:40

    Hey Eva,

    toller Blogpost. Blogger mit einem Blog wissen ganz genau wovon du schreibst. Ich bin zwar schon zwei Jahren am bloggen – da jedoch mein Blog erst im Okt 2016 gelauncht wurde müssen wir uns mal zusammensetzen und etwas über die Materie quatschen – da du doch einiges mehr weist als ich 🙂

    An diesem Punkt möchte ich mich aber auch noch an Sissy anschließen. Heutzutage wird ja fast jeder aus Lust und Laune einfach Blogger und kauft sich halt mal tausende Follower und Likes auf Instagram und nennt sich Blogger…

    Liebe Grüße
    Emre x emvoyoe
    http://www.emvoyoe.de

    • Reply Eva 5. April 2017 at 14:22

      Nawww Dankeschön, Emre! Ja also können wir wenn ich mal in Muc bin gerne machen 🙂

  • Reply Emi 4. April 2017 at 20:43

    Liebe Eva,
    ein sehr guter Post! Den sollten sich wirklich mehr Personen, gerade Unternehmen oder solche, die denken, dass Blogger nur bloggen um etwas geschenkt zu bekommen, durchlesen!
    Liebste Grüße
    Emi

    http://www.fashioneimi.com

    • Reply Eva 4. April 2017 at 21:00

      Danke Liebes <3

  • Reply Nici 12. Januar 2017 at 11:03

    Hallo liebe Eva,
    habe dir ja vorhin auf Instagram geschrieben und bin jetzt auf deinem Blog gelandet! Super Post – wenn ich mir überlege, wie viel Zeit es schon braucht ein Rezept zu posten – und du veröffentlichst jede Woche ja wirklich einige Beiträge, großen Respekt! 🙂
    Ganz liebe Grüße,
    Nici

    • Reply Eva 12. Januar 2017 at 11:40

      Aww das freut mich total, dass du so auf meinen Blog gefunden hast, vielen Dank für deine lieben Worte! 🙂

  • Reply Marius 11. Januar 2017 at 11:37

    Hallo Eva,

    Toller Text! Du hast meine volle Unterstützung, ich finde das super was du machst!

    Liebe Grüße,
    Marius

  • Reply Isa 9. Januar 2017 at 19:47

    Wirklich toller Post! Ich kann dir nur in allen Punkten recht geben! 🙂

    Liebe Grüße
    Isa

  • Reply Sissy 8. Januar 2017 at 22:39

    Da kann ich dir zustimmen. Wenn man überlegt, wieviel Zeit ich in das Schreiben eines Beitrags und überhaupt die Produktfotos investiere, dann ist das locker ein ernstzunehmender Beruf. Manchmal ist es sehr traurig, dass z.B. Instagramer von Firmen mit etlichen (gekauften) Followern den Bloggern bevorzugt werden, das macht mich schon ab und an traurig…
    Alles Liebe,
    Sissy von
    Modern Snowwhite

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